Braucht Aufstehen einen Trägerverein?

Hier kann über alles gesprochen werden, was in die spezifischen Foren nicht rein passt
Antworten
Guido
Beiträge: 1
Registriert: 27. Dez 2019, 13:30

Braucht Aufstehen einen Trägerverein?

Beitrag von Guido » 14. Jan 2020, 05:15

Die Beschreibung eines Whistleblowers der Arbeitsweise des Trägervereins Berlin wurde mir per Email die Tage zugeleitet. Es ist eine Fortsetzung der Beschreibung der Teile 1 bis 6 aus 2019.
Eine sehr kritische Betrachtungsweise, ich vermute, der Whistleblower ist selbst Mitglied des Trägervereins. Ich möchte auf die Inhalte hier nicht weiter eingehen, aber trotzdem eine Diskussion in Gang bringen.

Meine Frage:

Braucht eine Bürgerbewegung überhaupt solch einen Trägerverein?

Noch wichtiger, welche Aufgaben hat oder hätte er zu erfüllen?

Oder, welche Aufgaben sollten nicht von solch einer Zentrale wahrgenommen werden?


Aus meiner Sicht sollte solch ein Verein ausschließlich die Funktion eines Dienstleister für die Basis erfüllen.
Folgende Leistungen:
Informationen über Ereignisse, Aktionen der Basis-Gruppen regional, landesweit oder bundesweit zu verteilen. Er als Dienstleister hat keinerlei Zensur oder Auswahl der zu verteilenden Informationen zu treffen. Alles was nicht mit Gewalttätigkeit verbunden ist, keine Rechtsvorschriften verletzt, wird verteilt.
Für diese Verteilerfunktion muss auch niemand gewählt oder legitimiert werden. Mein Postbote oder Busfahrer würde seinen Job auch nicht besser oder schlechter machen, wenn man ihn monatlich aufs Neue legitimiert.
Diese Aufgabe übernehmen entweder Freiwillige, aber am Besten neutrale Personen, die hunderte km entfernt ihren Wohnsitz haben, von dem Bundesland, welches sie betreuen. Marianne Selke aus München macht diesen Job schon seit etlichen Monaten für Sachsen Anhalt. Es gab nie Probleme.
Sollten natürlich ein paar Spendengelder vorhanden sein, kann man natürlich auch 2 Personen hauptamtlich beschäftigen. Bei 200 Ortsgruppen monatlich 2 Veranstaltungen, wären das maximal 400 bis 500 Ankündigungen im Monat. Bei 23 Arbeitstagen wären da täglich im Schnitt 20 bis 30 Veranstaltungen raus zu schicken. Da können die beiden Angestellten nebenbei noch ein Aufstehen-Telefon bedienen. Keine Ahnung, weshalb man hier von Anfang an solch ein Drama daraus veranstaltet. Zwei Angestellte, Personalkosten/Home-Office p. a. 75.000 Euro, würde bei noch 25.000 Aufstehern bundesweit 3 Euro Spendenaufkommen im Jahr pro Aufsteher bedeuten.
Die Summen, die bisher eingesammelt und verbraten wurden, sind ein Mehrfaches.
Das ist die wichtigste Aufgabe, die solch ein Dienstleister zu erfüllen hätte.

Jetzt sagen Leute, aber was ist mit Marketing? Flyer? Plakate? Transpis?
Das machen die vielen Aufsteher von der Basis nebenbei. Das ist ihre Aufgabe, dafür sind sie aufgestanden. Und die paar Druckkosten sammeln die Leute Vorort ein.

Welche Aufgabe ist nicht der Job solch einer Zentrale?
Inhalte vorgeben, Politik vorkauen, Denkschablonen verpassen.
Denn genau das machen Parteien, ein paar Apparatschiks geben vor, was die Masse zu denken und zu machen hat.
Die Basis muss sich gut vernetzen. Zum Beispiel in bundesweiten Foren. Aber nicht nur in einem Forum, es sollten mehrere Foren geben, vielleicht sogar etwas themenbezogen strukturiert. Es wird etwa 5 bis 10 Prozent der Leute geben, die sich in allen Foren und Kommunikationskanälen aktiv aufhalten. Sie streuen wichtige Infos in ihre Gruppen vor Ort bzw. Themengruppen bundesweit. Drei bis fünf bundesweite Foren, mit je 3000 bis 6000 User. Alle Foren werden politisch absolut neutral moderiert. Auch aus anderen Bewegungen haben User nicht nur Zutritt, sie sind sehr erwünscht. Nur so kann aus Aufstehen eine echte Massenbewegung werden. Die Ideen von einer besseren Gesellschaft müssen transportiert werden. Jeder kann daran mitbauen, er ist herzlich eingeladen. Es gibt keine Hierarchien, wer eine Idee hat, stellt sie vor, findet Leute, die mitmachen, und regional, landesweit oder bundesweit setzen sich die besten Ideen durch. Das trifft auch zu auf Modelle wie echte Demokratie. Oder Modelle einer bundesweiten Altersversorgung, wo die Mehrheit entscheidet, wie mit dem kollektivem Reichtum umzugehen ist. Zusammenarbeit, Gemeinwohl, Solidarität müssen die Antriebsfedern sein.

Also nochmal zusammen gefasst.
Trägerverein ist reiner Dienstleister für Verteilung von Informationen.
Die Leute werden nicht gewählt oder legitimiert, sie machen einfach ihren Job laut Stellenbeschreibung.
Entweder freiwillig, oder hauptamtlich aus Spenden finanziert.
Politische Führung von oben gibt es nicht.
Alle Ideen, Aktionen, Entwicklungen von Modellen, politische Bildung, wird von der Basis aus organisiert.
Alle Informationsplattformen werden politisch neutral und unabhängig betrieben. Die Admins und Mods machen ihren freiwilligen Job, wie in den jeweiligen Kommunikationsregeln festgelegt ist. Jeder sucht sich die Kommunikationsplattform, die ihm am besten gefällt, wo er sich wohl fühlt und am produktivsten ist.

Das wäre mein Modell einer Aufstehen-Struktur.
Ich wünsche mir noch viele weitere Ideen und eine heftige Diskussion.


Aufgaben eines Aufstehen-Trägervereins...Besuche unsere neue Aufstehen-Basis Web-Site. Trage Dich in den Newsletter ein. Bestimme selbst, was bei Aufstehen passiert.

https://aufstehen-basis.net/?page_id=50

Antworten